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Sandbeekswiese - Weinlage

 

 

 

 

Ansicht der Weinlage
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Die Fotos zeigen Reparaturen an dem selbst gebauten Weidezaun.

Die Einzäunung auf der benachbarten „Weinlage“ hat mit der „Sandbeekswiese“ zu tun. Auf der Sandbeekswiese wachsen mehr als 30 vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten (sogenannte „Rote Liste-Arten“), die wiederum Indikator für ein sehr reiches Tierleben sind.

Die seltenen Tierarten haben wir leider noch nicht alle erfasst und es ist zweifelhaft, ob wir alle Spinnenarten, Ameisenarten usw. jemals erfassen können. Auf dieser Wiese blühen unter anderem ab Mai mehr als 10.000 Orchideen, von denen dort 4 Arten vorkommen. Solche Wiesen sind in Deutschland sehr selten geworden, verursacht durch Entwässerungsmaßnahmen (Drainage), Düngung und intensive Landwirtschaft. Ein so dicht besiedeltes Land wie unseres mit einer sehr langen Ackerbautradition hat im Laufe der Jahrhunderte fast jeden Quadratmeter seines Bodens verändert und bewirtschaftet. Die Sandbeekswiese ist im Laufe der Jahrhunderte „vergessen“ worden. Das heißt: diese Wiese wurde in den letzten 3 Jahrhunderten nur extensiv durch Weidevieh genutzt, das haben wir durch ein Studium von alten Landkarten herausgefunden. Wir finden auf ihr noch so genannte Wölbäcker**  eine aus dem Mittelalter stammende Bodenstruktur. Ohne das Mähen der Wiese würde diese sich im Laufe von 10 bis 20 Jahren wieder zu Wald entwickeln. Solche Wiesentypen mit einer sehr hohen Artenzahl sind also das Werk einer selten gewordenen extensiven Landwirtschaft.
** (externer Link zu Wikipedia)

Nun versuchen wir, diese landwirtschaftliche Pflege sehr vorsichtig fortzuführen. In der Vergangenheit haben wir diese Wiese mit der Hand bzw. mit leichten Motorgeräten gemäht und das Heu selbst herunter getragen. Wir können nicht zulassen, dass schwere Maschinen tiefe Bodenzerstörungen verursachen. Da das mehrere Tonnen Biomasse sind, haben wir das nur mit viel Mühe geschafft. Nun haben wir eine Landwirtin gefunden, der schottische Hochlandrinder (Galloways) zur Fleischproduktion züchtet und das Fleisch auch selbst auf seinem Hof verkauft. Galloways fressen nun so gut wie alles, auch das Schilf, das andere Rinder verschmähen. Schilf bedroht aber die Artenvielfalt der Wiese. Ein Drittel der Wiese wird nun von den Rindern beweidet, jedoch erst ab August, damit die meisten Pflanzen Samen bilden können. Wir haben einen Vertrag mit der Landwirtin, in dem wir die Beweidung und die Heugewinnung regeln. Wir bezahlen diese Pflege. Die Veränderung der Artenzusammensetzung durch diese Beweidung verfolgen wir durch ein Gutachten. Nun reicht aber die Fläche allein nicht für die Rinder und der Zeitpunkt der Beweidung ist auch recht spät, die Tiere sollten ab April auf die Weide, Galloways könnten das ganze Jahr über auf der Weide stehen.

Anmerkung: Es scheint recht sonderbar, dass man einen Landwirt dafür auch noch bezahlt, dass er seine Tiere weiden lässt und auch noch Futter gewinnt. Erstens gibt es in Braunschweig nur noch wenige Tierhalter und zweitens hat die besagte Landwirtin mit ihren Tieren eine große Entfernung (ca. 10 km) zu den Wiesen zurückzulegen. Diese Tendenz zeichnet sich seit einigen Jahren ab unter dem Begriff: Landschaftspflege durch Vertragsnaturschutz .

Damit nun die Galloways früher auf die Weide können, haben wir schon mehrere nahe gelegene weniger ökologisch wertvolle Wiesen eingezäunt, die vorher beweidet werden können, so dass die Tiere genug zu fressen haben, bis sie endlich im August auf die Sandbeekswiese können. Durch die Beweidung der anderen Wiesen können sich diese auch zu wertvollen Biotopen entwickeln, wir düngen nämlich nicht und sorgen dafür, dass diese Wiesen wieder nasser werden.