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Broschüre über die Sandbeekswiese zum Download (pdf-Datei, 312 KB) Ausgabe 2002
Neues Faltblatt über die Sandbeekswiese 
(
pdf-Datei 2 MB) Ausgabe 2010

Die Sandbeekswiese - Ein Juwel Braunschweigs

Im Nordosten von Braunschweig befindet sich zwischen Schapener Forst und Sandbach die einzige großflächig erhaltene Feuchtwiese in der Region, die Sandbeekswiese. Auf ca. sieben Hektar wachsen eine Vielzahl seltener Pflanzenarten. Drei Hektar davon befinden sich in Privatbesitz und sind seit 1979 vom Naturschutzbund (NABU) gepachtet. Der Rest wurde von der Stadt Braunschweig sukzessiv angekauft und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zur Pflege anvertraut. Andere Teile des Gebietes werden noch landwirtschaftlich genutzt.

Neben diesem besonderen Flächenschutz hat die Wiese auch eine große Bedeutung für den Artenschutz. 38 hier vorkommende Arten sind nach der „Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen“ gefährdet. Zehn Spezies davon gehören zu der Gefährdungskategorie „stark gefährdet“.

Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata) und Trollblume (Trollius europaeus) zählen nach der Bundesartenschutzverordnung (§ 1) zu den „besonders geschützten Arten“, für die im Bundesnaturschutzgesetz (§ 20f) sehr strenge Schutzvorschriften erlassen sind.

 

breitblaettriges_knabenkraut.jpg (43180 Byte)

Den Status mit der höchsten rechtlichen Schutzkategorie haben die nach der Bundesartenschutzverordnung „vom Aussterben bedrohten Arten“. Hierzu gehören zum Beispiel alle Orchideen, von denen auf der Sandbeekswiese das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis, im Foto links), das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata, im Foto rechts) und das Große Zweiblatt (Listera ovata) einen Bestand mit über 10.000 blühenden Exemplaren bilden.

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Eine Wiese als Kulturdenkmal

Die offiziell ausgewiesenen Kulturdenkmäler sind in der Regel historische Bauten. Doch auch ein Landschaftselement wie die Sandbeekswiese hat als Zeugnis alter Land- und Waldwirtschaftsformen den Wert eines Kulturdenkmals. Wo der Boden für den Ackerbau zu nass war, wich der Mensch auf andere Nutzungsformen aus.

Die vorhandenen „Wölbäckerstrukturen“ weisen auf die älteste überlieferte Nutzungsform der Sandbeekswiese hin. Bereits im Mittelalter wurde der nasse Boden zu langen flachen Hügeln aufgepflügt. Zwischen den Hügeln entstanden Entwässerungsrinnen. Die entwässerten Hügel waren so für einen landwirtschaftlichen Anbau geeignet: Es entstand ein „Wölbacker“, der in  Niedersachsen auch „Legdenanger“ genannt wurde.

 

schneitelwald.jpg (30711 Byte)Die am Rande der Wiese stehenden Kopfbäume zeugen von einer alten Form der Waldwirtschaft. Die Blätter der abgeschnittenen Zweige dienten als Futter und Streu für das Vieh. Dieses Beschneiden wird als „Schneiteln“ bezeichnet und führt bei den „Schneitelbäumen“ (siehe links im Bild) zu dem typischen, von Kopfweiden (siehe rechts) her bekannten Erscheinungsbild.

Ursprünglich wurde die Sandbeekswiese als „Streuwiese“ genutzt, die ein- bis zweimal im Jahr gemäht wurde. Das getrocknete Schnittgut kam als Streu für das Vieh in die Ställe. Durch diese extensive Nutzungsform hat sich bei den bestehenden Standortverhältnissen, wie z.B. Nässe und relative Nährstoffarmut, eine artenreiche Pfeifengraswiese entwickelt und erhalten. Ob auf der Sandbeekswiese eine intensivere Nutzung mit dem Einsatz von Düngemitteln und flächiger Entwässerung stattfand, ist uns nicht bekannt.

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Was tun wir für den Erhalt der Sandbeekswiese?

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von BUND und NABU arbeiten in ihrer Freizeit seit nunmehr 22 Jahren regelmäßig auf der Sandbeekswiese. Im Jahr 1998 haben wir beispielsweise 632 Stunden für den Erhalt der Wiese aufgewendet.  

Im Vordergrund der Pflegearbeiten stehen das Mähen, das Zusammenharken und das Abtragen des Mähguts. Dabei unterstützt uns die Stadt Braunschweig sowohl praktisch als auch finanziell.

Inzwischen wird ein Großteil des Mähgutes von einem Landwirt genutzt. Seit 1997 werden eingezäunte Teilflächen kurzzeitig durch eine Herde Mutterkühe mit Kälbern beweidet. Dieses neue Pflegekonzept wird durch Untersuchungen begleitet. Weitere Arbeiten sind Entkusselungen, Betreuung von Nistkästen im angrenzenden Wald und Pflege der Weideeinrichtungen. 
mehr dazu finden Sie hier...

Durch regelmäßige Beobachtung der Wiese werden die Pflegemaßnahmen den Verhältnissen ständig angepasst. Im Foto sehen Sie die Arbeit an einer Kartierung. Wenn es erforderlich ist, werden zu groß werdende Reinbestände dominanter Arten wie Mädesüß oder Schilf durch eine Zweit- oder Drittmahd zurückgedrängt. Sehr seltene und mit nur wenigen Exemplaren vorkommende Arten, zum Beispiel die Trollblume, werden bis zur Stärkung des Bestandes eingezäunt, um sie vor Wildverbiss zu schützen.

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Auch Sie können helfen

Die Pflege der Sandbeekswiese ist aufwendig und teuer. Trotz Unterstützung der Stadt Braunschweig stehen wir Jahr für Jahr vor der Frage, ob im nächsten Jahr die notwendigen Arbeiten fortgesetzt werden können oder ob alle bisherigen Bemühungen vergeblich waren. Denn nur regelmäßige Pflegemaßnahmen sichern langfristig den Erhalt dieses wertvollen Landschaftselementes. Zur Absicherung der Pflege der Sandbeekswiese ist Ihre Spende mit dem Stichwort „Kreisgruppe Braunschweig - Sandbeekswiese“ (Bankverbindung siehe unten) sehr erwünscht. Ihre Spende wird ausschließlich und jederzeit überprüfbar für den Erhalt dieser Wiese eingesetzt. Für Beträge über 50,- € erhalten Sie unaufgefordert eine steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung. Wir freuen uns aber auch über weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch ihren persönlichen Einsatz einen Beitrag zum Schutz der Sandbeekswiese leisten wollen.

Auch Ihr Engagement, mag es Ihnen auch noch so gering erscheinen, hilft, die Sandbeekswiese zu erhalten.

Spendenkonto: BUND; Nord/LB (BLZ 25050000) Konto-Nr. 101030047
Stichwort: „Kreisgruppe Braunschweig - Sandbeekswiese“

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Wer ist "Wir" - Eine Vorstellung

Bei der Pflege der Sandbeekswiese arbeiten NABU und BUND eng zusammen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) wurde 1975 gegründet und hat heute 365.000 Mitglieder. Die Kreisgruppe Braunschweig besteht seit 1980 und hat derzeit ca. 500 Mitglieder. In ihr haben sich Arbeitsgruppen (AG) zu unterschiedlichen Themen gebildet. Die AG Biotopschutz betreut zur Zeit 20 Biotope im Raum Braunschweig.

Dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), der bereits 1899 als „Bund für Vogelschutz“ (BfV) gegründet wurde, gehören heute rund 388.000 Mitglieder an. Die Bezirksgruppe Braunschweig besteht seit 1908 und weist derzeit mehr als 2000 Mitglieder auf.  

Kontakt:

BUND Kreisgruppe Braunschweig ; eMail: info@bund-bs.de

NABU Bezirksgruppe Braunschweig 0531 / 798649, Fax: 0531 / 7997745
Hochstraße 18, 38102 Braunschweig (www.nabu-braunschweig.de/)