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ENTSCHLAMMUNG DES
SCHAPENBRUCHTEICHES |
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Aus ökogischer
Sicht ist der Schapenbruchteich das wertvollste Gewässer im
Naturschutzgebiet (NSG) und Europareservat Riddagshausen, das ferner Teil
des zusammenhängenden Netzes von Schutzgebieten mit der Bezeichnung
"Natura 2000" auf der Grundlage der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie 92/43EWG) sowie der
EU-Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) ist. Dies macht internationales
Interesse am Schutz und Erhaltung des Gebietes deutlich. |
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Lage des Schapenbruchteiches
in Braunschweig (Quelle: Stadt BS) |
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Der
Schapenbruchteich als naturnahe Lebensgemeinschaft verdankt seine
Entstehung, Existenz und heutige Bedeutung dem Schaffen der Zisterzienser
vor rund 900 Jahren. Die von Mönchen begonnene althergebrachte, extensive
Teichwirtschaft mit periodischem Ablassen und Grundreinigen des Gewässers
ist jahrhundertelang praktiziert worden.
In den letzten Jahrzehnten jedoch waren
durch Nährstoffeinträge aus benachbarten landwirtschaftlichen Flächen
die Verlandung und die mächtige organische Schlammschicht (20 - 30 cm,
z.T. bis 70 cm bei mittlerer Wassertiefe von 1m) stark angewachsen.
Mikrobiologische Aktivität führte in den Sommermonaten zu einer
übermäßigen, für die Teichfauna kritischen Sauerstoffzehrung und
mehrmals zu einem massiven Fischsterben. |
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Algenteppich im Spätsommer
infolge Nährstoffbelastung (Quelle: Stadt BS) |
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In den letzten 10
Jahren hat man wichtige Maßnahmen ergriffen, die auf die Verbesserung der
Wasserqualität der Zuflüsse des Schapenbruchteiches abzielten. So
konnten durch die Renaturierung der Weddeler Grabenniederung und
großflächige Landkäufe zur Extensivierung der landwirtschaftlichen
Nutzung die Nährstoffeinträge deutlich verringert werden. Zudem ist
nördlich des Schapenbruchteiches ein Regenrückhaltebecken angelegt
worden, mit der Funktion, Oberflächenwasser aus den angrenzenden
Siedlungsgebieten hinsichtlich enthaltener Schadstoffe vorzuklären.
Die landwirtschaftlichen Flächen in der
Umgebung des Schapenbruchteiches werden heute größtenteils nur noch sehr
extensiv und auf der Grundlage naturschutzorientierter Pachtverträge
bewirtschaftet.
Im Frühjahr 2003 hat sich die Stadt
Braunschweig, Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz, in Abstimmung mit
der Oberen Naturschutzbehörde und den örtlichen Naturschutzverbänden zu
einer umfassenden Entschlammung des o.g. Gewässers entschlossen. Die
Maßnahme ist mit erheblicher Förderung der EU und des Landes
Niedersachsen sowie einem 20% - igem Anteil der Stadt Braunschweig
finanziert worden.
Die Durchführung der Entfernung der
mächtigen Schlammschicht erfolgte im Sommer (Juni + Juli) 2003; sie bezog
sich auf eine Wasserfläche von ca. 18 ha. Insgesamt sind rund 50.000 cbm
Schlamm mit Moorraupen, Löffelbaggern und Dumpern bewegt und auf
benachbarten, landwirtschaftlich genutzten städtischen Flächen
aufgebracht worden. |
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Dumper
Löffelbagger |
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Im Einzelnen
erfolgten nach einem Konzept des Umweltamtes die Arbeitsschritte
(Quelle Stadt BS, Fotos BUND BS):
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- Herrichtung der Auftragsflächen durch Anlage von
Verwallungen für den Schlammauftrag auf den Oberboden
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- Anlage einer Baustrasse aus Naturschotter als
Verbindung zwischen Teichgelände und Auftragsflächen und zur
Erschließung der Teichfläche
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- Abschieben/Modellierung des Schlamms bzw.
Teichbodens mit Moorraupe und Löffelbagger und Zwischenlagerung (zur
Entwässerung) entlang der Erschließungsstrasse
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- Laden der Schlammmassen mit dem Löffelbagger auf
20t-LKW Dumper und Abtransport zu den Auftragsflächen in direkter
Nachbarschaft zum Teichgelände
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- Erweiterung der Wasserfläche im östlichen
Bereich des Teiches
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- Anlage von Grabenstrukturen mit Seitenstichen
entlang vorhandener Gräben im Schilfbereich
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- Anlage von Strukturen für Amphibien
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- Auslichtung des Bewuchses entlang vorhandener Kanäle
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