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Aktualisiert: 
Februar 2006

 

ENTWICKLUNG UND PFLEGE IM NSG

 

 ENTSCHLAMMUNG DES SCHAPENBRUCHTEICHES

Aus ökogischer Sicht ist der Schapenbruchteich das wertvollste Gewässer im Naturschutzgebiet (NSG) und Europareservat Riddagshausen, das ferner Teil des zusammenhängenden Netzes von Schutzgebieten mit der Bezeichnung "Natura 2000" auf der Grundlage der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie 92/43EWG) sowie der EU-Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) ist. Dies macht internationales Interesse am Schutz und Erhaltung des Gebietes deutlich.

 

Lage des Schapenbruchteiches in Braunschweig (Quelle: Stadt BS)


Der Schapenbruchteich als naturnahe Lebensgemeinschaft verdankt seine Entstehung, Existenz und heutige Bedeutung dem Schaffen der Zisterzienser vor rund 900 Jahren. Die von Mönchen begonnene althergebrachte, extensive Teichwirtschaft mit periodischem Ablassen und Grundreinigen des Gewässers ist jahrhundertelang praktiziert worden.

In den letzten Jahrzehnten jedoch waren durch Nährstoffeinträge aus benachbarten landwirtschaftlichen Flächen die Verlandung und die mächtige organische Schlammschicht (20 - 30 cm, z.T. bis 70 cm bei mittlerer Wassertiefe von 1m) stark angewachsen. Mikrobiologische Aktivität führte in den Sommermonaten zu einer übermäßigen, für die Teichfauna kritischen Sauerstoffzehrung und mehrmals zu einem massiven Fischsterben.


 

Algenteppich im Spätsommer infolge Nährstoffbelastung (Quelle: Stadt BS)


In den letzten 10 Jahren hat man wichtige Maßnahmen ergriffen, die auf die Verbesserung der Wasserqualität der Zuflüsse des Schapenbruchteiches abzielten. So konnten durch die Renaturierung der Weddeler Grabenniederung und großflächige Landkäufe zur Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung die Nährstoffeinträge deutlich verringert werden. Zudem ist nördlich des Schapenbruchteiches ein Regenrückhaltebecken angelegt worden, mit der Funktion, Oberflächenwasser aus den angrenzenden Siedlungsgebieten hinsichtlich enthaltener Schadstoffe vorzuklären.

Die landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung des Schapenbruchteiches werden heute größtenteils nur noch sehr extensiv und auf der Grundlage naturschutzorientierter Pachtverträge bewirtschaftet.

Im Frühjahr 2003 hat sich die Stadt Braunschweig, Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz, in Abstimmung mit der Oberen Naturschutzbehörde und den örtlichen Naturschutzverbänden zu einer umfassenden Entschlammung des o.g. Gewässers entschlossen. Die Maßnahme ist mit erheblicher Förderung der EU und des Landes Niedersachsen sowie einem 20% - igem Anteil der Stadt Braunschweig finanziert worden.

Die Durchführung der Entfernung der mächtigen Schlammschicht erfolgte im Sommer (Juni + Juli) 2003; sie bezog sich auf eine Wasserfläche von ca. 18 ha. Insgesamt sind rund 50.000 cbm Schlamm mit Moorraupen, Löffelbaggern und Dumpern bewegt und auf benachbarten, landwirtschaftlich genutzten städtischen Flächen aufgebracht worden.


Dumper                                                                                                                              Löffelbagger
 

 

Im Einzelnen erfolgten nach einem Konzept des Umweltamtes die Arbeitsschritte (Quelle Stadt BS, Fotos BUND BS):
  • Herrichtung der Auftragsflächen durch Anlage von Verwallungen für den Schlammauftrag auf den Oberboden

 
  • Anlage einer Baustrasse aus Naturschotter als Verbindung zwischen Teichgelände und Auftragsflächen und zur Erschließung der Teichfläche

 
  • Abschieben/Modellierung des Schlamms bzw. Teichbodens mit Moorraupe und Löffelbagger und Zwischenlagerung (zur Entwässerung) entlang der Erschließungsstrasse

 
  • Laden der Schlammmassen mit dem Löffelbagger auf 20t-LKW Dumper und Abtransport zu den Auftragsflächen in direkter Nachbarschaft zum Teichgelände
 
  • Erweiterung der Wasserfläche im östlichen Bereich des Teiches

 
  • Anlage von Grabenstrukturen mit Seitenstichen entlang vorhandener Gräben im Schilfbereich

 
  • Anlage von Strukturen für Amphibien

 
  • Auslichtung des Bewuchses entlang vorhandener Kanäle