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Hildesheimer Rennette, Schöner von Nordhausen und Berlepsch sind nur 3 von 878 Apfelsorten, die noch vor 150 Jahren in Deutschland reiften. Heute bietet eine gut bestückte Baumschule nur noch etwa 20 gängige Marktsorten an.
Alte Hochstamm-Sorten werden oft nur regional kultiviert und sind deshalb sehr gut an die jeweiligen lokalen Standortbedingungen angepasst. Sie sind robust, brauchen wenig Pflege und widerstehen Krankheiten und Schädlingsbefall. Der Klarapfel z.B. verträgt auch einen Frühjahrsfrost und ist deshalb durchaus für rauhere Lagen geeignet. Und die Champagner Bratbirne liefert einen hervorragenden Birnensekt, der schon Einzug in Feinschmeckerlokale gehalten hat. Bei Interesse an alten Sorten, kann man sich an die AG Streuobst e.V., Elmstr. 35, 38154 Königslutter, Tel. 05365/2430, wenden.
Wer alte hochstämmige Sorten pflanzt, schützt den Lebensraum vieler Tiere. In Streuobstwiesen beispielsweise sind bis zu 3000 verschiedene Tierarten heimisch, darunter allein 37 Vogelarten - auch vom Aussterben bedrohte wie Steinkauz, Wiedehopf oder Wendehals. Baumhöhlen bieten Nistplätze für Spechte, Siebenschläfer und Fledermäuse. Das Totholz wiederum lockt Käferarten wie Rosenkäfer oder Wimpernbock.
Wer keinen Garten hat, kann mit einer Baumspende für das BUND-Projekt "Zukunftswald 2000" diese Artenvielfalt schützen helfen. Mit den Spenden konnten bisher schon 5000 Bäume gepflanzt werden. Rund die Hälfte davon sind alte Hochstamm-Obstbäume, die auf Streuobstwiesen, an Alleen oder auf Brachflächen Wurzeln schlagen.