1988 - 2012   Arbeitsjubiläum am Klotzberg

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Artikel aus der Umweltzeitung vom Oktober 2011

Vor 24 Jahren wurde die Braunschweiger Kreisgruppe des BUND mit der Pflege des Klotzbergs im Landkreis Wolfenbüttel beauftragt. Diese Erhebung liegt in der Nähe des Ortes Hedeper und ist bereits seit mehreren Jahrhunderten für seine Artenvielfalt bekannt. Bereits 1648 beschrieb der Hofgärtner Johann Royer den Klotzberg:
    "...bringt auch viel schöner Kräuterlein und Blümlein herfür / sonderlich nach dem Süden oder Mittag / und auf den Seiten. Die Pulsatilla (Küchenschelle) wächset fürnemlich sehr häufig allda..."

Auf dem Klotzberg ist ein kontinentaler Halb-Trockenrasen zu finden, der ursprünglich mit mehreren solcher Biotope (u.a. auf dem Heeseberg) vernetzt war. Heute ist dieser Standort zwar recht isoliert in der ihn umgebenden Agrarsteppe, trotzdem wird der Klotzberg vom Umweltministerium in Hannover als von "landesweiter Bedeutung" eingeschätzt. Charakterart dieses kontinentalen Halb-Trockenrasens ist das Adonisröschen, daneben treten so seltene Pflanzen wie Küchenschelle, Graslilie, Prachtnelke, gelbe Skabiose u.a.m. auf. An sonnenexponierten Stellen ist der weiche Sandstein geprägt von einer Vielzahl selten gewordener Insekten. Als die Biotopschutzgruppe 1988 mit den Arbeiten am Klotzberg begann, waren wichtige Bereiche von Eutrophierung (unerwünschte Zunahme von Nährstoffen) bedroht. Pflanzen wie das Landschilf, die den Charakter nährstoffarmer Bereiche verändert hätten, mussten durch regelmäßiges Mähen zurückgedrängt werden. Die Süd-Hänge des Klotzberges sind recht steil (sie haben durch den Winkel der Sonneneinstrahlung häufig schon im Frühjahr sommerliche Temperaturen); hier wird durch die Biotopschutzgruppe in arbeitsintensivem Einsatz, manchmal unter Benutzung von Steigeisen, gemäht und das Mähgut zusammengetragen. Für dessen Abtransport sorgt dann der Landkreis.

Eine erhebliche Bedrohung für die nährstoffarmen Böden dieses wertvollen Gebietes geht von Robinien aus, die dort vor einigen Jahrzehnten angepflanzt wurden. Sie bringen über ihre Wurzeln Stickstoff ein. Nach einem entprechenden Beschluss der Bezirksregierung wurde deshalb im Winter 1995 damit begonnen, Robinien zu fällen. Dies erfordert jährliches Nacharbeiten, denn die zahlreichen Ausschläge der Robinien müssen regelmäßig zurück geschnitten werden. Ein erster Erfolg konnte bereits beobachtet werden: in freigestellten Bereichen des Hanges kam nun die Astlose Graslilie zur Blüte. Die Bemühungen des BUND werden alljährlich von gemischten Schaf- und Ziegenherde unterstützt. Nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde Wolfenbüttel und dem Schäfer wird unter Berücksichtigung der Pflanzenentwicklung schonend beweidet.

Wer Lust hat, dieses wertvolle Gebiet einmal kennen zu lernen, kann gerne an einem der Arbeitseinsätze der Biotopschutzgruppe dort teilnehmen. Termine sind im BUND-Büro (Telefon 0531 - 15599) zu erfahren.